Spielerinnen im Gespräch
IM Irina Bulmaga
14.05.2017 - 14:55

Geburtsjahr: 1993

Verein: SK Schwäbisch Hall

Land: Rumänien

Beruf: Profischachspielerin

ELO: 2408

Titel: IM





Mit welchen Erwartungen trittst Du in Erfurt an?
Ich hoffe, dass ich qualitativ gutes Schach spiele und einige Partien gewinne, vorzugsweise so viele wie möglich.:) Ich war bereits einmal in Erfurt und mir gefällt die Stadt sehr gut. Es wird sicherlich eine schöne Zeit für mich.

Welches war die beste Partie, die Du bisher gespielt hast?
Es gibt viele Partien, die ich mit schönen Erinnerungen an Normerfüllungen, Geldpreise oder Turniersiege verbinden kann. Allerdings zählt zu meinen Lieblingspartien mein Sieg mit Schwarz über GM Bartosz Socko bei den Europameisterschaften der Männer 2014 in Yerevan. Kurioser Weise habe ich gegen seine Frau Monika einen sehr schlechten Score.

Wer ist für Dich die beste Spielerin aller Zeiten?
Judith Polgar. Meine Antwort ist sicherlich nicht sehr originell. Ich halte es jedoch für möglich, dass Hou Yifan Judith eines Tages den Titel der besten Spielerin aller Zeiten streitig machen könnte.

Welche drei Schachspieler/Schachspielerinnen würdest Du zum Abendessen einladen?
Oh, diese Frage gefällt mir! Der erste Kandidat, der mir hier in den Sinn kommt, wäre Garry Kasparov. Ich hatte vor einiger Zeit einmal die Gelegenheit, mich mit ihm zu unterhalten. Dabei habe ich bemerkt, dass er in der Tat eine sehr faszinierende Persönlichkeit ist.
Als nächstes wäre da meine gute Freundin WGM Ekaterina Atalik, mit der ich bei jedem Aufeinandertreffen immer eine schöne Zeit verbringe.
Mein dritter Kandidat ist Viorel Bologan, der mich über all die Jahre sehr inspirierte. Wir beide sind in Moldavien geboren und er ist der stärkste moldawische Spieler aller Zeiten. Sich mit ihm einfach nur nett zu unterhalten, sorgt bei mir für mehr Motivation beim Schach.


Welches Schachbuch hat Dich am meisten inspiriert?
Als Mädchen war Alexander Aljechin mein Lieblingsspieler gewesen. Ich habe mich daher immer besonders für alle Bände mit seinen Partien interessiert.

Wie erholst Du Dich vom Schach?
Ich spiele relativ viele Turniere im Jahr. Daher habe ich nur wenig Freizeit. Diese verbringe ich am liebsten mit meiner Familie. Deshalb reise ich ab und zu nach Moldavien, um meine Eltern zu besuchen oder nach England zu meiner Schwester.

Computer im Schach – sind sie Fluch oder Segen?
Viele Profischachspieler der älteren Generation beschweren sich darüber, dass es heutzutage schwer ist, vom Schachspielen zu leben. Sie geben den Computern die Schuld daran. Mit Computern sind die Informationen leicht für jedermann zugänglich. Jeder kann 30 Theoriezüge lernen, Großmeisterpartien studieren oder online Unterricht von guten Trainern erhalten. Da ich seit einiger Zeit keinen Coach mehr habe, genieße ich die Vorzüge des Computers und das ist definitiv ein Segen für mich.

Dein Lieblingsgetränk?
Es kommt ein bisschen auf den Anlass an. Es ist entweder ungefiltertes Bier oder ein guter trockener Rotwein.

Welchen Traum möchtest Du Dir im Schach oder im Leben erfüllen?
Da mein Leben fast nur aus Schach besteht, ist es mein Ziel, eine noch stärkere Spielerin zu werden. Mein größter Traum ist es, männlicher Großmeister zu werden. Das würde auch gut zu meinem anderen Lebenstraum -nach Kreta auszuwandern- passen. Kreta ist für mich der allerschönste Ort auf der Welt. Das gute Essen, die schönen Strände und netten Leute - das wäre mein Paradies auf Erden!



Klaus Steffan


gedruckt am 28.06.2017 - 18:51
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