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  Dieses war der vierte Streich: Chinesin Shen Yang führt im Großmeisterinnenturnier
28.08.2014 von Klaus Steffan

Mit dem vierten Sieg in Serie hat sich Shen Yang endgültig zur Turnierfavoritin erhoben. Gestern war es Lilit Mkrtchian (Armenien), die sich der taktischen Stärke der Chinesin beugen musste. Mit einer geschickten Abwicklung eroberte die 25-Jährige im Mittelspiel die Qualität, die sie dann konsequent zum vollen Punkt ummünzte.
Mit vier Punkten liegt sie nunmehr allein an der Spitze, einen halben Punkt vor dem topgesetzten georgischen Duo Bela Khotenashvili und Lela Javakhisvili. Vor allem aber liegt sie auf Kurs Großmeisternorm, die dafür nötigen sechseinhalb Punkte sind ihr erklärtes Ziel.
Der Erfurter Großmeister Thomas Luther zeigte sich beeindruckt vom konzentrierten Spiel Shen Yangs. „Ihre große Stärke ist ihre Entscheidungsfreude, sie fasst schnell Pläne und setzt die konsequent um“, sagte der 44-Jährige. Schach sei ja immer auch eine Art Wettrechnen.
Zäher ging es zwischen Elisabeth Pähtz und Bela Khotenashvili zu, die sich ein Match auf Augenhöhe lieferten. Die Taktik blieb hinter den Kulissen, feine Manöver der Leichtfiguren beherrschten die Szene. Da sich niemand eine Blöße gab, reichten sich beide nach 48 Zügen die Hand zum Remis.
Kein Happy-End gab es erneut für Tatjana Melamed und Ketino Kachiani-Gersinksa. Bei beiden waren es unglückliche taktische Ausflüge der Springer, die letztlich ins Verderben führten. Melamed verdarb als Weiße gegen die wiedererstarkte Monika Socko eine eigentlich passable Stellung. Kachiani-Gersinska dagegen stand nach zwei Niederlagen aus Gewinnstellungen heraus ohnehin schon irgendwie mit dem Rücken zur Wand und spielte ein bisschen Alles oder nichts. Im Mittelspiel gab sie im Duell mit Anastasia Bodnaruk zwei Figuren für den Turm, bekam aber nie Kompensation.
In der Offenen deutschen Meisterschaft führt nach fünf Runden gleich ein Quartett mit jeweils vier Punkten: Christina Winterholler (Ingolstadt), Anastasia Erofeev (Bremen), Lena Georgescu und Daria Shmarina (Dubna). Im akademischen Mutter-Tochter-Duell Gabriele gegen Anita Just kämpften beide lange. Erst als ungleichfarbige Läufer und eine ebenso reduzierte wie blockierte Bauernstellung die Lage klärten, hieß es: Remis!

Im Turnier der Juniorinnen führt weiterhin die Norwegerin Edit Machlik, die sich heute von der Erfurterin Alina Zahn remis trennte, mit vier Punkten und einem halben Zähler vor der topgesetzten Alisa Frey (Eppingen). Die kämpferische Teodora Rogocenko (Hamburg) führte mit den schwarzen Steinen ein Turmendspiel gegen My Linh Tran (Roßdorf) zum Sieg und hat jetzt ebenso wie ihre gestrige Gegnerin und Monika Machlik (Norwegen) drei Punkte auf dem Konto.


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