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  Fünf kämpfen um den Turniersieg
30.08.2014 von Klaus Steffan

Die Dramatik im Großmeisterinnenturnier hat sich noch einmal zugespitzt, die Führenden sind vor der Schlussrunde noch enger zusammengerückt. Die 8. Runde am Sonnabend brachte nach harten und langen Kämpfen kein einziges Remis – doch zumindest eine Vorentscheidung. Die Russin Anastasia Bodnaruk fiel mit Niederlage gegen Bela Khotnashvili (Georgien) aus dem Rennen um den Turniersieg heraus. Um den kämpft am Sonntag ein Quintett: Shen Yang (China), Monika Socko (Polen), Khotenashvili (je 5,5 Punkte) sowie Elisabeth Pähtz (Erfurt) und Lela Javakhishvili (Georgien), beide mit 5 Punkten.
Die dramatischste Partie war zweifellos die zwischen Shen Yang und Lela Javakhisvili. Die Chinesin hatte sich geduldig erst einen kleinen positionellen Vorteil und dann einen Mehrbauern erkämpft. In der Folge setzten beide nicht immer genau fort. So verpasste Javakhishvili den Rückgewinn des Bauern mit ziemlich sicherem Remis und musste später die Qualität geben. Den Rest erledigte Shen Yang sicher. Javakhishvili musste die am Vorabend erkämpfte Turnierführung an Shen Yang abgeben.
Luxusprobleme hatte Elisabeth Pähtz in ihrer Partie gegen Ketino Kachiani-Gersinska. Die Erfurterin hatte ihre ehemalige Nationalmannschaftskollegin relativ schnell überspielt und konnte sich die Gewinnvarianten quasi aussuchen. Selbst zwei Verzweiflungsopfer der Schwarzen (Lxh3 / hängender Sc7) konnte sie aus praktischen Gründen verschmähen und stattdessen die Schlinge noch enger ziehen. Der Computer zeigte in allen Varianten Gewinn für Weiß an, doch war die hochverwickelte Stellung nicht einfach zu spielen. Das galt natürlich auch für Schwarz, so dass die kleine weiße Ungenauigkeit 44. Lh3 (statt dem freilich nicht so einfach zu sehenden 43. Lxc5) nicht ins Gewicht fiel. Kachiani-Gersinska verpasste den Abtauch 43…Sxd6 und Weiß bekam endgültig Oberwasser.
Beeindruckend spielte einmal mehr Monika Socko. Gegen Ketevan Arakhamia-Grant baute sie ihren positionellen Vorteil sauber zum relativ schnellen und ungefährdeten Sieg aus und steht nach ihren beiden Auftaktniederlagen nun bei der beeindruckenden Serie von 5,5 aus 6. Eine heiße Kandidatin für den Turniersieg!
Auch Bela Khotenashvili zeigte sich gut erholt von der Niederlage gegen ihre georgische Landsfrau. Gegen Anstasia Bodnaruk erreichte sie ein Turmendspiel mit der aktiveren Position, doch erst als die junge Russin ihren h-Bauern zu ungestüm nach vor zog, stand der weiße Sieg außer Frage.
Die zweite Niederlage in Folge kassierte Tatjana Malmed. Gegen Lilit Mkrtchian musste sie nach einem Übersehen die Qualität geben – das entschied.

Im Juniorinnenturnier hat die Norwegerin Monika Machlik nach langem Anlauf zu Spitzenreiterin Alisa Frey (Eppingen) aufgeschlossen. Damit liegen die beiden topgesetzten Spielrinnen vorn. Ihren zweiten Sieg in Folge erzielte die Erfurterin Alina Zahn. Gegen Josefine Heinemann profitierte sie erneut von ihrem guten taktischen Blick.

Erste Anwärterin auf den Titel in der Offenen Internationalen Meisterschaft hat Christina Winterholler. Die Ingolstädterin führt vor der Schlussrunde mit einem Punkt Vorsprung .


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