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  Voting spricht für Elisabeth & Alina
20.07.2014 von Klaus Steffan

von Raymund Stolze

Teilnehmerinnen des I. Internationalen Erfurter Frauenschachfestivals vorgestellt: Heute Anastasia Bodnaruk [Russland] und Sarah Hund [Schweiz]

Öffentlichkeitsarbeit ist unverzichtbar für ein großes Schachevent – und die muss schon Monate vorher einsetzen, und zwar wie ein Erdbeben beginnen und ich dann steigern!
Wie diese Herausforderung klasse umgesetzt wird – und das sowohl informativ als auch kreativ – beweist das Org.-Team des 1. Internationalen Erfurter Frauenschachfestivals [24. bis 31. August] um Thomas Pähtz. Ich kann nur empfehlen: Einfach einem auf der von Klaus Steffan sehr schön gestalteten Webseite des Veranstalters vorbeischauen.

Für alle noch unentschlossenen Mädchen und Frauen kann ich nur einen heißen Tipp geben: Nutzt die Chance, die Internationale Offene Deutsche Meisterschaft mitzuspielen. Anmeldeschluss ist der 23. August, zumal das Meldeprocedere Online möglich ist. Bisher sind 32 Registrierungen eingegangen, aber einen Monat vor Beginn der Titelkämpfe ist noch Luft nach oben!

Was das Großmeister- und Juniorenturnier angeht, so haben die Veranstalter ein Voting geschaltet. Die Prognose sieht zur Zeit beiden Erfurterinnen Elisabeth Pähtz bei den Frauen und Alina Zahn bei den jungen Damen in Führung.

Eine lesenswerte Rubrik sind die „Steckbriefe“ der 20 Starterinnen in beiden internationalen Wettbewerben. Heute möchten wir Anastasia Bodnaruk und die 16-jährige Sarah Hund vorstellen.

Was die Russin angeht, so hat sie sich in der deutschen Frauen-Bundesliga bereits einen Namen gemacht. Seit der Saison 2011/12 ist die 22-Jährige eine feste Größe im Team der Rodewischer Schachmiezen, mit dem sie an Brett 1 in der letzten Spielzeit einen tollen vierten Platz belegte. International aufmerksam gemacht hat Anastasia die 2003 U12-Europameisterin wurde, so richtig bei der Schacholympiade 2010. Im heimischen Chanty Mansijsk erkämpfte sie gemeinsam mit Natalja Pogonina, Olga Girya, Anastasia Sawina und Alina Kaschlinskaja für Russland B Platz 10. Bei der gerade zuende gegangenen 1. Frauen-EM in Plowdiw verpasste die Russin mit Rang 15 nur durch nach Wertung einen Qualifikationsplatz für das nächste WM-Turnier der Frauen, wobei sie in der vorletzten Runde Zoya Schleining bezwang und mit 4/4 einen fulminanten Endspurt hinlegte. Mit 7,5 Punkten war man Fünfte wie Natalja Schukowa und eben Fünfzehnte wie Anastasia, die im Voting [http://www.frauenschachfestival-erfurt.de/include.php?path=pollarchive&vid=3 ] noch keine Stimme erhalten hat. Aber das könnte sich nun ändern…

Zu welchem Leistungssprung Sarah Hund fähig sein wird, ist nicht vorherzusagen. Allerdings kommt sie aus einer der bekanntesten Schachfamilien in Deutschland – die Schachdynastie der Hunds umfasst inzwischen drei Generationen. Großvater Gerhard ist mit seinen 82 Jahren immer noch bei den Deutschen Schach-Amateurschachmeisterschaften aktiv. Mutter Barbara, die fraglos die erfolgreichste von vier Schach spielenden Schwestern ist – u.a. gewann sie bei der Schacholympiade 1978 Bronze mit dem Team der Bundesrepublik Deutschland und ist Frauen-Großmeisterin – führt in Erfurt die Setzliste bei den Internationalen Offenen Meisterschaften an.

Mit Sarah habe ich im Oktober vergangenen Jahres für den Schach-Ticker ein ausführlichen Interviews geführt – einfach lesen! [ http://www.chess-international.de/Archive/19862#more-19862]

Sie ist wirklich ein sehr sympathisches Mädchen. Dass ihre Mutter nach wie vor so stark Schach spielt empfindet Sarah nicht als Belastung: „Ich habe meiner Mutter verboten bei meinen Partien zu zuschauen (zumindest darf ich es nicht bemerken). Sie konnte mir aber in der Vorbereitung und bei der anschließenden Analyse helfen. Wenn ich gesehen habe, dass mein Gegner eine interessante Eröffnung spielt, kann ich sie fragen, was leicht dagegen zu spielen ist.“

Auf meine Frage, was sie denn im Schach erreichen möchte, antwortete sie: „Ich möchte einfach, dass es mir weiterhin viel Spaß macht, und so will ich mich treiben lassen…“

Mal sehen, wohin Sarah, die noch „Doppelbürgerin“ [Deutsch & Schweiz] ist, in Erfurt treiben wird?! Im schon erwähnten Voting [http://www.frauenschachfestival-erfurt.de/include.php?path=pollarchive&vid=4 ] liegt sie knapp hinter Alina Zahn auf Platz 2.


Raymund Stolze


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