IEFSF 2017
Nach dem Festival ist vor dem Festival - Die Lokalmatadoren glänzten beim 26. Erfurter Schachfestival...
08.01.2017 - 19:57

Im Sommer steht das nächste Highlight auf dem Programm


von Jakob Maschke

Die Einheimischen prägten das Geschehen kräftig mit. Beim 26. Erfurter Schachfestival konnten Erfurter Spieler gleich zwei Turniersiege für sich verbuchen. Der Erfolg von Thomas Pähtz beim Seniorenturnier war sicher zu erwarten, schließlich war er als einziger Großmeister der Topfavorit. „Für das Meisterturnier mit den Doppelrunden bin ich einfach zu alt“, sagt der 60-Jährige, „da mache ich irgendwann einen Bock oder komme in Zeitnot.“ Die Seniorenkonkurrenz beherrschte der Erfurter mit vier Siegen und einem Remis nach Belieben.
Wilfried Tangermann vom SV Medizin Erfurt war beim Amateurturnier dagegen nur an Position acht gesetzt. Insofern kam sein Erfolg gegen 106 Konkurrenten überraschend. Hauchdünn setzte sich Tangermann mit 6,0 Punkten nach sieben Runden dank der besseren Zweitwertung durch – drei weitere Spieler brachten es ebenfalls auf 6,0 Zähler.
Das starke Erfurter Abschneiden beim Traditionsturnier im Hotel Radisson Blu, das mit 439 Startern erneut einen Teilnehmerrekord verbuchen konnte, komplettierte Peter Enders. Der Zweitliga-Akteur vom Erfurter Schachklub saß nach vielen Jahren Pause erst mal wieder beim Schachfestival am Brett und wurde Dritter des Meisterturniers – punktgleich mit Sieger Jens Ove Fries-Nielsen (Fredericia) und dem Zweiten Jonathan Carlstedt (Hamburger SK). Alle drei hatten nach acht Runden 6,5 Punkte zu Buche stehen, der Erfurter Großmeister jedoch die schwächste Zweitwertung.
Nach dem Festival ist vor dem Festival – das weiß man auch in Erfurt. Thomas Pähtz arbeitet schon seit einem Jahr intensiv am nächsten großen Schachevent in der Domstadt: dem 2. Frauenschachfestival.
Er ist ehrgeizig und will das schon bei der Erstaustragung vor drei Jahren qualitativ recht hochwertige Feld nun auch in der Breite verbessern. „Es geht schließlich darum, die Frauen, die beruflich und auch im Sport aus meiner Sicht noch immer oft diskriminiert werden, ins Rampenlicht zu rücken“, so Pähtz. Seine Tochter Elisabeth, einstige Jugend- und Junioren-Weltmeisterin, soll gemeinsam mit der Russin Alexandra Kostenjuk, die sogar schon zweimal Weltmeisterin bei den Frauen war, das Zugpferd des 2. Erfurter Frauenschachfestivals sein.
Vom 29. Juli bis 6. August wird dann, wieder im Hotel Radisson Blu, einiges geboten. Vor dem Open- und Großmeisterturnier werden an zwei Tagen die Deutschen Meisterschaften im Schnellschach ausgetragen. Auch im Blitzschach werden Deutschlands beste Frauen ermittelt. Pähtz und Kostenjuk werden außerdem einen Schaukampf austragen, zudem steigt am 5./6. August das Grand-Prix-Finale der Deutschen Schachjugend. „Ein Frauenschachturnier dieser Art hat es weltweit bislang noch nicht gegeben“, blickt Thomas Pähtz stolz voraus.


(Aus: Thüringer Allgemeine vom 6. Januar 2017)


Klaus Steffan


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